Project CARS
Project CARS wäre also bereit, Gran Turismo zumindest aktuell vom Racing-Thron zu kicken, scheitert jedoch an Dummheit. An der Dummheit, der künstlichen Intelligenz. Während solche Mankos wie eine schwache K.I. oft keine großen Auswirkungen auf den Spielspaß haben, stellt das Ganze für Project CARS ein bedeutendes Problem dar. Je nach Streckenvoraussetzung und Rennserie befinden sich bis zu 45 Fahrzeuge auf der Piste und abgesehen von euch fahren davon alle wie kleine Kinder.
An Dummheit gescheitert
Beim Start stehen die K.I.-Fahrer oft nach wenigen Metern auf der Bremse und lassen euch auffahren, auch wenn bis zur nächsten Kurve noch genug Strecke vorhanden wäre, um zunächst mal ordentlich Gas zu geben. In den Kurven fährt der Pulk von Boliden rücksichtslos als chaotischer Metallhaufen ineinander und auf dem Rest der Strecke fahren die CPU-gesteuerten Gegner dermaßen stur auf der Ideallinie, dass euch auf engen Pisten kaum eine Überholmöglichkeit zur Verfügung steht und wenn doch, katapultieren euch die Kontrahenten rücksichtslos von der Strecke. Das Verhalten der K.I. ist dermaßen nervig, dass darunter auch wirklich der Spielspaß leidet. Hoffen wir, dass die Entwickler dieses Problem intensiv in Angriff nehmen und die K.I. grundlegend überarbeiten.
Außerdem gibt es ein paar total seltsame Fehler und Bugs. Fährt man beispielsweise in Kurven auf einen Gegner auf, scheint man für kurze Zeit an ihm zu haften. Etwas, was wir bislang in noch keinem Spiel gesehen haben, sind die unterschiedlichen Selektionen in den Menüs. In den Menüs nach dem Training, Qualifying, Rennen und Co. markiert das Spiel gerne mal “Neustart” oder “Verlassen”, statt “Weiter”. Das bezieht sich auch nicht auf die immer gleiche Option, die Auswahl springt quasi willkürlich. Wer unbedacht bestätigt, gefährdet unter Umständen sein Qualifikationsergebnis oder sogar seine komplette Rennserie. Wählt ihr verlassen, landet ihr wieder im der Karrierezentrale.
Ein Grafik-Angeber
Visuell leisten sich Project CARS und Driveclub, das aktuell optisch mit Abstand eindrucksvollste New-Generation-Rennspiel, ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Fahrzeuge in beiden Spielen sehen traumhaft aus, die Cockpits sind enorm detailliert und die Lichteffekte wie durch die Baumwipfel brechende Sonnenstrahlen begeistern. Auch die dynamischen Wettereffekte sind eine Augenweide, reichen jedoch nicht ganz an Driveclub heran und die Strecken in Projekt CARS wirken einen Tick steriler. Im Gegensatz zu Project CARS gibt es in Driveclub jedoch keine Originalrennstrecken, was den Entwicklern am Rand der Strecke natürlich mehr Freiheit für belebende Objekte bietet. Project CARS ist also ein wenig an die Sterilität der Rennstreckenvorbilder gebunden. Die phänomenalen Wettereffekte von Driveclub und die etwas belebteren Strecken erreicht Project CARS nicht ganz, doch die Unterschiede sind marginal und fallen einem wohl ohnehin nur im direkten Vergleich auf.
Man muss außerdem beachten, dass Project CARS mit einer höheren Framerate als Driveclub läuft und mit bis zu 45 Fahrzeugen gleichzeitig auf der Strecke deutlich mehr Gegner darstellen kann. Project CARS wird auf der PS4 nativ in 1080p mit 60 Frames pro Sekunde gerendert, die jedoch nicht festgesetzt sind. Die meiste Zeit läuft das Spiel also zwischen 40 und 50 Frames. Auf der Xbox One wird Project CARS nativ in 900p gerendert, was zu etwas mehr Kantenflimmern führt, die Framerate ist im Schnitt außerdem leicht unter dem Durchschnitt der PS4-Fassung. Mit einem kräftigen PC erreicht ihr sogar eine 12K-Auflösung, die Framerate schwankt dann abhängig von eurer genutzten Hardware. Egal auf welchem System ihr Project CARS spielt, ihr sitzt vor einem visuell opulenten Videospiel.
Ich bin seit 2004 Chefredakteur und Leiter von GamePire. Als Evil Genius hinter den Kulissen und Gaming/Tech-Nerd gehört FIFA für mich nach 15 Jahren in der Gaming-Industrie immer noch genauso jedes Jahr zu den Highlights wie krachende Action- und Horror-Games oder super-schnelle Racing-Titel. Über innovative Hardware freue ich mich immer sehr und bin zudem ausgesprochener Fan der VR-Technologie. Auf Social Networks bin ich zuhause! See you there!