Project CARS

Project CARS wäre also bereit, Gran Turismo zumindest aktuell vom Racing-Thron zu kicken, scheitert jedoch an Dummheit. An der Dummheit, der künstlichen Intelligenz. Während solche Mankos wie eine schwache K.I. oft keine großen Auswirkungen auf den Spielspaß haben, stellt das Ganze für Project CARS ein bedeutendes Problem dar. Je nach Streckenvoraussetzung und Rennserie befinden sich bis zu 45 Fahrzeuge auf der Piste und abgesehen von euch fahren davon alle wie kleine Kinder.

An Dummheit gescheitert

Beim Start stehen die K.I.-Fahrer oft nach wenigen Metern auf der Bremse und lassen euch auffahren, auch wenn bis zur nächsten Kurve noch genug Strecke vorhanden wäre, um zunächst mal ordentlich Gas zu geben. In den Kurven fährt der Pulk von Boliden rücksichtslos als chaotischer Metallhaufen ineinander und auf dem Rest der Strecke fahren die CPU-gesteuerten Gegner dermaßen stur auf der Ideallinie, dass euch auf engen Pisten kaum eine Überholmöglichkeit zur Verfügung steht und wenn doch, katapultieren euch die Kontrahenten rücksichtslos von der Strecke. Das Verhalten der K.I. ist dermaßen nervig, dass darunter auch wirklich der Spielspaß leidet. Hoffen wir, dass die Entwickler dieses Problem intensiv in Angriff nehmen und die K.I. grundlegend überarbeiten.

Project-Cars-Screenshot-06

Außerdem gibt es ein paar total seltsame Fehler und Bugs. Fährt man beispielsweise in Kurven auf einen Gegner auf, scheint man für kurze Zeit an ihm zu haften. Etwas, was wir bislang in noch keinem Spiel gesehen haben, sind die unterschiedlichen Selektionen in den Menüs. In den Menüs nach dem Training, Qualifying, Rennen und Co. markiert das Spiel gerne mal “Neustart” oder “Verlassen”, statt “Weiter”. Das bezieht sich auch nicht auf die immer gleiche Option, die Auswahl springt quasi willkürlich. Wer unbedacht bestätigt, gefährdet unter Umständen sein Qualifikationsergebnis oder sogar seine komplette Rennserie. Wählt ihr verlassen, landet ihr wieder im der Karrierezentrale.

Ein Grafik-Angeber

Visuell leisten sich Project CARS und Driveclub, das aktuell optisch mit Abstand eindrucksvollste New-Generation-Rennspiel, ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Fahrzeuge in beiden Spielen sehen traumhaft aus, die Cockpits sind enorm detailliert und die Lichteffekte wie durch die Baumwipfel brechende Sonnenstrahlen begeistern. Auch die dynamischen Wettereffekte sind eine Augenweide, reichen jedoch nicht ganz an Driveclub heran und die Strecken in Projekt CARS wirken einen Tick steriler. Im Gegensatz zu Project CARS gibt es in Driveclub jedoch keine Originalrennstrecken, was den Entwicklern am Rand der Strecke natürlich mehr Freiheit für belebende Objekte bietet. Project CARS ist also ein wenig an die Sterilität der Rennstreckenvorbilder gebunden. Die phänomenalen Wettereffekte von Driveclub und die etwas belebteren Strecken erreicht Project CARS nicht ganz, doch die Unterschiede sind marginal und fallen einem wohl ohnehin nur im direkten Vergleich auf.

Man muss außerdem beachten, dass Project CARS mit einer höheren Framerate als Driveclub läuft und mit bis zu 45 Fahrzeugen gleichzeitig auf der Strecke deutlich mehr Gegner darstellen kann. Project CARS wird auf der PS4 nativ in 1080p mit 60 Frames pro Sekunde gerendert, die jedoch nicht festgesetzt sind. Die meiste Zeit läuft das Spiel also zwischen 40 und 50 Frames. Auf der Xbox One wird Project CARS nativ in 900p gerendert, was zu etwas mehr Kantenflimmern führt, die Framerate ist im Schnitt außerdem leicht unter dem Durchschnitt der PS4-Fassung. Mit einem kräftigen PC erreicht ihr sogar eine 12K-Auflösung, die Framerate schwankt dann abhängig von eurer genutzten Hardware. Egal auf welchem System ihr Project CARS spielt, ihr sitzt vor einem visuell opulenten Videospiel.

Pro & Cons

Pros:

+ grandiose Optik
+ Simulation durch und durch
+ herausragende Fahrphysik
+ von Anfang an alles freigeschaltet
+ enrom viele Optionen für ein individuelles Erlebnis
+ diverse Rennserien
+ Originalstrecken
+ Qualifying möglich
+ bis zu 45 Fahrzeuge gleichzeitig auf der Strecke
+ optische wie auch mechanische Schäden
+ Boxenfunk ertönt aus dem Controller (PS4)

Cons:

- Nichts für Auto-Sammler
- kindische Gegner-Intelligenz
- stellenweise seltsame Bugs

Wertung

  • Grafik: 9/10
    9/10
  • Sound: 9/10
    9/10
  • Umfang: 8.5/10
    8.5/10
  • Steuerung: 9/10
    9/10
  • Spaß: 8.5/10
    8.5/10
  • Gameplay: 8/10
    8/10
  • Multiplayer: 8.5/10
    8.5/10

Closing Comment

Endlich ein richtig geniales Rennspiel, auch für die neuen Konsolen. Die Xbox One war mit Forza verwöhnt, doch PS4-Besitzer mussten lange auf Driveclub warten, das dann auch noch lange Zeit Probleme hatte. Project CARS bietet im Gegensatz zu Driveclub real existierende Rennstrecken und läuft mit einer höheren Framerate.

Ohne ein aktuelles Gran Turismo für die PS4 ist Project CARS definitiv bereit, denn Thron der Rennsimulationen zu erklimmen. Project CARS ist eine wirklich geniale Rennsimulation geworden und auf Anhieb auf dem Niveau der großen Games wie Forza oder Grand Turismo eingestiegen. Ein gemeiner Tiefschlag gegen den Spielspaß ist die katastrophale künstliche Intelligenz der Gegner. Das sture Fahren auf der Ideallinie und das nervige Abschießen von der Strecke ist uns besonders auf engen Pisten ein Dorn im Auge, ebenso wie sonderbare Bugs, zum Beispiel in den Menüs.

Das alles kratzt zwar an der Wertung, kann Project CARS allerdings nicht aus dem Top-Wertungsbereich kicken. Wer auf Racing-Games steht, kommt an Project CARS nicht vorbei!

9/10

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