Spellforce 2 - Shadow Wars
SpellForce 2 - Shadow Wars
Gemischte Gefühle beim Genremix? Der SpellForce Nachfolger im Test.
22.05.06 um 18:41 von Thomas
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Aufbaupart auf Diät
Doch neben den Rollenspielparts gehört auch der Aufbauteil zu dem einzigartigen Genremix, der SpellForce 2 ausmacht. Haben die Helden einmal einen Ort gefunden an dem sie das Haupthaus für die Basis errichten können, können diese erst einmal Pause machen, denn nun beginnt ein anderer Teil des Spiels. Beginnend mit dem Hauptgebäude geben sie ihren ersten Arbeitern den Befehl Ressourcen abzubauen. Im Vergleich zum ersten Teil gibt es nur noch drei statt sechs verschiedene Ressourcen, zum einen Stein, Eisen und Lenya, eine magische Pflanze die auch nicht ganz so häufig vorhanden ist als die beiden ersten Rohstoffe. Hat man nun diese Rohstoffquellen mit genügend Arbeitern besetzt, so sollte schnellstmöglich auch der Bau von Farmen und Truppenproduktionsgebäuden gestartet werden, dann steht auch bald die erste kleine Armee. Spontan fällt auf, dass sich auch am Aufbauteil des Spiels einiges getan hat, denn dieser läuft nun schneller ab, wodurch das gesamte Spiel deutlich an Tempo gewinnt. Damit müssen nicht mehr mindestens zehn Minuten ins Land ziehen bis eine schlagkräftige Truppe zur Verteidigung bereit steht, mittlerweile werden nicht mal mehr fünf Minuten für dieses Unterfangen benötigt.

Dieser Aspekt erscheint sowohl positiv wie auch negativ. Die Meinungen zu dieser Änderung gehen innerhalb unserer Redaktion auseinander. Auf der einen Seite erreicht man in einer Mehrspielerpartie viel schneller einen gewissen Spielfluss, auf der anderen Seite ist dadurch ein gewisser Charme des Aufbauteils verloren gegangen, der erste Teil bot hier noch einen etwas schöneren Flair. Deshalb ist der Aufbaupart aber keinesfalls verhunzt, doch spielt sich dieser geringfügig, wenn auch nicht grundlegend, anders. Immer noch baut ihr diverse Gebäude, um mächtigere Einheiten als Bogenschützen und Schwertträger zu erlangen. Damit kämpfen im Laufe der Zeit Magier, Reiter und andere tapfere Gesellen bis zum Titanen an eurer Seite werden.

Immer muss ich laufen
Wer kannte im ersten Teil nicht dieses tristes von einem Punkt zum nächsten laufen. Dank verteilten Speicherpunkten wurde einem schon vieles erspart, doch trotzdem waren es teilweise mehrere Minuten, die man so in der Gegend herum irrte, um einfach nur von A nach B zu gelangen. SpellForce 2 macht hier ebenfalls einen Schritt nach vorne und scheint auch ohne Nachpatchen bereits genügend Speicherpunkte zu bieten. Zudem fällt das Reisen per immer präsenter Karte im Rucksack nun wesentlich einfacher aus, dennoch kommt man auch im zweiten Teil nicht an etlichen Minuten Fußmarsch vorbei. Das dauerhafte drücken der Bewegungstaste wird den Spieler sicher nicht sehr lange erfreuen.

Die drei Fraktionen
Mit dem Fortschritt Geschichte in der Kampagne werden sich später auch die Elfen und Zwerge wieder in der Allianz befinden und dem Spieler die Möglichkeit preisgeben, Einheiten aus den jeweiligen Rassen zu rekrutieren. Doch neben der Allianz, welche ohne Zweifel als die Gute Rasse gewertet werden darf, sind im Spiel zudem zwei weitere Fraktionen vertreten, die ganz eigene Ziele im Sinn haben.
Zum einen wäre da der Clan, welcher als Grundstamm einen Ork-Reigen unter sich zu versammeln weiß und klar macht, dass diese als die klar rüde, brutale und primitive Fraktion gilt. Zu ihrer Unterstützung haben die Orks Trolle und die wilden Barbarenstämme an ihrer Seite. Die dritte und letzte Fraktion bildet der Pakt, welcher als grundlegende Rasse die Dunkelelfen unterstellt hat und außerdem die Dienste von Dämonen, Geistern und Schatten in Anspruch nehmen kann. Selbstverständlich ist es, dass sich jede Fraktion von der anderen in gewissen Dingen unterscheidet und jeweils seine eigenen Einheiten, Gebäude und Upgrades parat hält.

Die Grafik und Sound: Eine wahre Sinnespracht
Die Grafik ist ohne Zweifel eine der Stärke des ohnehin schon sehr guten Titels. Was man hier (vorausgesetzt der hinreichenden Hardware im Rechner) geboten bekommt, muss den Vergleich zu anderen Titel keinesfalls fürchten und ist wahrscheinlich eines der zurzeit schönsten Spiele in diesem Genre. Einzig und allein die in Echtzeit berechneten Schatten sehen Die Welt ist mit Liebe zum Detail kreiert worden und die einzelnen Gegenden wurden sehr abwechslungsreich gestaltet.
Beeindruckend wird es allerdings erst, wenn man die enorme Sichtweite auf sich wirken lässt, welche natürlich erst aus der Verfolgerperspektive so richtig zur Geltung kommt. In dieser bewegt man sich dann ganz wie bei Wolrd of Warcraft über “WASD“ und erlebt ohne Zweifel die Welt von ihrer schönsten Seite.
Gerade dies ist so schade bei SpellForce 2. Wer vor seinen Freunden mit dieser schönen Grafik prahlen will, der muss schon des Öfteren zwischen den Ansichten wechseln und so kommt die ganze Mühe der Entwicklung nie ganz so zur Geltung. Fest bleibt jedoch der Eindruck einer wirklich tollen Technik aus Deutschland, die es längst nicht im jedem Strategiespiel zu bestaunen gibt. Allerdings sind dementsprechend die Hardwareanforderungen extrem hoch. Zwar lässt es sich durch gehörige Einbußungen der Grafikdetails sogar noch auf einer GeForce4 Ti spielen, doch dann muss man auf die meisten der grandiosen Effekte verzichten.

An der Musik und dem Sound lässt sich ebenfalls nicht groß dran rummäkeln. Die Musik ist je nach Situation des Spielgeschehens entweder entspannend idyllisch, episch bombastisch und prächtig heiter. In keiner Sekunde war die Musik nervig oder unpassend, diese fügte sich vielmehr gut ins Gesamtbild dieses Spiels ein.

Design alá Herr der Ringe
Jeder der einmal die geniale Verfilmung von Peter Jackson gesehen hat, dem werden nicht nur an einer Stelle die unverwechselbaren Ähnlichkeiten auffallen. Schon in dem aufwendig produzierten Intro-Video erkennt der Spieler, dass die angegriffene Stadt so viele Merkmale enthält, dass man doch nicht an sich halten kann gleich den Vergleich mit Minas Tirith sucht. Aber auch im Spiel wirken die Namen von Personen und Orten, die Gebäude und nicht zuletzt die stimmungsvolle Musik wie eine Mischung aus Ehrbietung und Ideenklau zu Peter Jackson's Mammutverfilmung. Dieser Punkt soll nicht negativ ins Gewicht fallen, doch wirken diese Eindrücke ein wenig zu direkt und man würde den Machern doch einmal gerne Raten, diese Eindrücke etwas weniger expliziter im Spiel zu verteilen.

Schlachten führt man nie allein
Auf der Mängelliste des ersten Teils stand ganz klar der Mehrspielermodus. Dieser war für die Masse an Spielern einfach zu unspektakulär, da das Tempo, in der eine Partie ablief, nur sehr schleppend voran ging. Und genau an dieses Problem haben sich die Entwickler gemacht und wie bereits erwähnt durch abgespeckten Basenbau und entschlackter Rohstoffverwaltung das Tempo stark angezogen. Dieses ist Phenomic auch wirklich gelungen, um nicht sogar zu sagen viel zu gut.
In unserer ersten Partie gegen einen menschlichen Mitstreiter vergingen kaum fünf Minuten, bis dieser vor unserer Türe stand und uns gehörig einheizte. In dieser Hinsicht ähnelt SpellForce 2 nun wirklich mehr einem Warcraft als einem Die Siedler, doch ist SpellForce 2 weder ein ausgereiftes Aufbauspiel noch ein typisches Echtzeitstrategiespiel und so mag es trotz guter Umsetzung und sicherlich vorhandenem Spaßfaktor nicht ganz an andere Titel des Genre herankommen, sodass Fans sich diesen Titel nicht gerade deswegen zulegen werden.
Anders sieht es wieder bei dem Rollenspielpart im Mehrspielermodus aus. Dort nämlich kann jeder Spieler mit seinem eigenen Avatar durch die Mehrspielerkarten wandern, gemeinsam Quests erfüllen und jeder für sich Gegenstände sammeln und tauschen. Egal für was für eine Art Mehrspielermodus man sich entscheidet, ob nun Aufbau oder Rollenspiel, es kann immer derselbe Avatar benutzt werden, man kann sich also nicht nur in der Kampagne, sondern so auch separat in Mehrspielergefechten stetig weiterentwickeln.
 Screenshots
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 Facts
Name: SpellForce 2 - Shadow Wars
Aktuell betrachtet:
Von uns getestet für:
Hersteller: Deep Silver/JoWood
Genre: Echtzeit-Strategie/RPG
Spieler: 6
HDTV bis zu: -
Speicher: Keine Angabe
Altersfreigabe: 12
Sprache/Texte: Deutsch/Deutsch
Geeignet für: Fantasy, RPG und RTS Fans.
Release:07.04.06
 Pro + Cons
 PRO:
+ Epischer Singleplayer
+ Großes Einheitensortiment
+ Ausgereifte Charakterentwicklung
+ Große Anzahl an Zaubersprüchen & Fähigkeiten
+ ...und Gegenständen
+ Durchdachte Steuerung
+ Mehrspielermodus auch Kooperativ möglich
+ Gute Auswahl an Mehrspielerkarten
+ Durchdachter Genremix
+ Phantastische Präsentation
 CONTRA:
- Wahrer Hardwarefresser
- Überzogene Anlehnungen an die HdR Verfilmung
- Immernoch lange Laufwege
- Mehrspielermodus mit leichten Bugs
- Schwankener Schwierigkeitsgrad
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