Project CARS

Ein großartiges Rennspiel, das bereit ist, Gran Turismo vom Thron zu kicken, leider aber an Dummheit scheitert.

Project CARS ist anders als traditionelle Rennsimulationen. Finanziert von der Community und dem britischen Studio Slightly Mad Studios, entschieden die Spieler über die Richtung der Entwicklung und die Features, die das geplante ultimative Rennspiel bieten sollte. Das hat sich gelohnt, wie nach etlichen Verschiebungen die nun finale Fassung zeigt.

Nicht die Fahrzeuge sind der Star, sondern euer Skill

Project CARS setzt voll auf Simulation. In diversen Rennserien geht ihr an den Start, angefangen von der Kart- über Amateur- bis hin zu den Racing-Klassen mit hochgezüchteten Boliden. In der Karrierezentrale erhaltet ihr einen Überblick über eure Leistungen, ebenso wie Einladungen zu Rennevents oder Vertragsangebote für Rennteams in den verschiedenen Klassen. Allerdings sind bei Project CARS nicht die Fahrzeuge der Star, sondern eure Fahrkünste. Ihr schaltet nicht nach und nach neue Fahrzeuge frei und sammelt diese in eurer Garage, bei Project CARS ist von Anfang an nahezu alles frei zugänglich und in welchem Wettbewerb ihr tätig seid, entscheidet darüber, welcher Bolide in eurer Garage steht. Das mag nicht jedermanns Sache sein. Wer gerne Autos sammelt, für den ist Project CARS möglicherweise nicht das Richtige. Doch wer es liebt, die Rundenzeiten bis auf die tausendstel Sekunde zu optimieren, wird begeistert sein.

Project-Cars-Screenshot-02

Euch steht eine Fülle von Optionen zu Verfügung, um Project CARS genau an eure Bedürfnisse anzupassen. Das beginnt bei optischen und grafischen Anpassungen, beispielsweise ob Hitzeflimmern aktiviert werden soll oder der minuziösen Positionierung der Kamera über Winkelregler, geht weiter mit unzähligen spielerischen Einstellungen wie der Stärke der Gegner, ob es nur optischen oder auch mechanische Schäden geben soll, wie viel Prozent der Renndistanz gefahren werden sollen, und endet beim detaillierten Setup für das Fahrzeug. Da die Spieler mitbestimmen durften, gibt es sogar ein Qualifying! Ein Feature, das heutige Rennspiele nur noch selten bieten.

Eine Kopie der Realität

Auf der Strecke spürt ihr dann die mächtige Fahrphysik. Jede Klasse, jedes Fahrzeug steuert sich ganz individuell und ab und an ist es sogar schwierig, die Kraft der P.S.-starken Boliden beim Beschleunigen auf den Asphalt zu übertragen, ohne dass das Fahrzeug sofort ausbricht. Wie in der Realität bestimmen aber auch andere Faktoren, wie sich eure Karre steuern lässt. Mit kalten Reifen landet man schnell im Kiesbett, wenn man nicht aufpasst. Und wenn ihr gerade an Start und Ziel vorbeigebrettert seid und es beginnt wie aus Kübeln zu regnen, merkt ihr ganz schnell, wie sich der Grip verabschiedet und man das Fahrzeug nur noch schwer auf der Strecke halten kann. Mit all diesen Widrigkeiten klar zukommen und dennoch kontinuierlich die Rundenzeiten zu verbessern, das ist der Reiz, den eine waschechte Simulation wie Project CARS ausmacht.

Unterfüttert wird das Ganze von dem Fahrer-Netzwerk. Neben der Karriere könnt ihr natürlich im Solo-Modus eigene Rennen aufsetzen und losheizen, aber auch online gegen bis zu 15 weitere Spieler antreten. Das Fahrer-Netzwerk ist eure Zentrale, in der ihr alle möglichen Informationen zu eurem Spielstil findet und auf einen Blick seht, wie viel Erfahrung und Stunden ihr in der Karriere, im Solo und im Online-Modus gesammelt habt und außerdem, wie aktiv ihr in der Community beim Streamen oder Teilen eurer Erfahrungen wart. Darüber hinaus seht ihr auf einen Blick eure Online-Performance, eure Reputation sowie eure Affinität. In welcher Klasse fahrt ihr beispielsweise am häufigsten und vieles mehr.

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